TG Stein e.V.

Frischekur fürs Vereinsgelände

Am 26.03.2026 in der Kategorie Verein

Mit großem Aufwand bringt die Steiner Turngesellschaft sowohl ihre Fußballplätze als auch ihre Halle und ihr Clubhaus auf den neuesten Stand. Mit ehrenamtlichem Engagement hat man schon viel geschafft, doch der größte Brocken kommt erst noch.

Mit den Fingern tippt Manuel Roser ein paarmal auf das Display seines Smartphones. Und schon wird das Flutlicht auf dem Fußballplatz deutlich heller als es vorher war. Rollläden und Jalousien kann er auf diese Weise ebenfalls steuern, sogar die Heizung und die Lüftung. „Wir versuchen, so smart wie möglich zu werden“, sagt Roser, der sich den Vorsitz der Steiner Turngesellschaft mit Peter Ketterer teilt. In den vergangenen Monaten hat der Verein große Anstrengungen unternommen, um seine Sportanlagen zukunftsfähig und nachhaltig aufzustellen: sowohl auf dem Außengelände mit den beiden großen Fußballplätzen als auch in der Turnhalle mitsamt Clubhaus und Anbau. Doch der größte Brocken kommt erst noch: die Sanierung des Hallendachs, die ab März über die Bühne gehen soll. Weil die dafür anfallenden Kosten enorm und die Möglichkeiten zum Erbringen von Eigenleistung begrenzt sind, freut sich die TG Stein über Spenden. „Wir sind gerade dabei, den Verein für die Zukunft aufzustellen“, sagt Roser, verbunden mit einem großen Dank an alle, die das ermöglichen. Denn um die meisten Arbeiten kümmern sich Ehrenamtliche des Vereins, darunter viele Experten wie Handwerker, Ingenieure und Architekten, die ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen. Roser betont: „Wenn wir sie nicht hätten, dann könnten wir all das nicht stemmen.“

Fast 2.000 Stunden haben die Mitglieder schon eingebracht. Komplett in Eigenleistung wurde zum Beispiel die Küche des Clubhauses neu gestaltet, inklusive Geräten und Arbeitsflächen, die inzwischen alle aus Edelstahl bestehen. „Wir haben dort jetzt ganz andere Möglichkeiten als vorher“, sagt Ketterer, der damit auch die Essen meint, die der Verein seit einer Weile einmal pro Monat anbietet, wenn er sonst keine größere Veranstaltung zu stemmen hat. Rouladen, Schnitzel und Gulasch hat er schon gekocht, zudem im Sommer einen Biergarten eingerichtet. Ketterer sagt: „Das funktioniert super und wird sehr gut angenommen.“ Er lässt keinen Zweifel daran, dass die Bauarbeiten notwendig und sinnvoll sind. Denn die Halle wurde schon 1925 errichtet, das Clubhaus 1969. Knapp 30 Jahre später hat man die Halle saniert und um einen Anbau ergänzt, unter anderem für Umkleiden, Duschen und Geräteräume. Dominik Bader hat den Eindruck, dass die Mitglieder voll hinter den Sanierungsarbeiten stehen. „Es ist Wahnsinn, wie enorm sich viele für den Verein ins Zeug legen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Fußball-Abteilung, der die Bauarbeiten federführend koordiniert und jede einzelne Maßnahme bis ins Detail kennt.

17 hat der Verein seit 2023 schon umgesetzt, größtenteils in Eigenregie und mit Firmen aus der Region. Eine der größeren war die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, sowohl innen als auch außen. „Bis in den letzten Winkel“ hat man die neue Technik laut Bader verbaut – und dadurch enorme Einsparungen beim Energieverbrauch realisiert, gerade beim Flutlicht, das sich inzwischen dimmen lässt und die Plätze deutlich besser ausleuchtet als zuvor. „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, betont Bader, der eine ähnliche Aussage auch mit Blick auf die Bühnenscheinwerfer trifft. Erst vor ein paar Wochen, bei der Jahresabschluss-Gala der Tun-Abteilung, hat man gesehen, was dank der neuen Technik inzwischen möglich ist. Ketterer sagt: „Unsere Sportler können ihre Leistungen dadurch noch ansprechender der Öffentlichkeit präsentieren.“ Doch es gibt auch Bauarbeiten, die auf den ersten Blick kaum auffallen. Etwa an den Dächern des Clubhauses und des Anbaus: Beide hat der Verein nicht nur energetisch saniert, sondern auch mit einem Überstand ausgestattet, um die Fassaden zu schützen. Zum Sportplatz hin wurden sie zudem komplett neu verputzt und gestrichen. In der Halle hat man zur Verbesserung der Statik einen neuen Balken eingezogen, in den Kabinen der Fußballer die alten Holzfenster ausgetauscht und im Keller die Heizung so erneuert, dass die Gefahr einer Legionellen-Bildung gebannt ist.

Die Geräteräume wurden saniert und teilweise mit einem neuen Boden ausgestattet. Auch einen neuen, überdachten Lagerraum hat man errichtet. Für die meisten Bauarbeiten hat die TG Stein eine Förderung erhalten, unter anderem vom Bund, von der Gemeinde und aus Landesmitteln vom Badischen Sportbund. Roser lässt keinen Zweifel daran, dass sich der Verein über die Unterstützung freut. Aber er verweist auch auf die umfangreichen Antragsverfahren, die dafür notwendig sind. Um die Förderbedingungen zu erfüllen, muss der Verein beispielsweise die Arbeiten für die Erneuerung des größtenteils 100 Jahre alten Hallendachs ausschreiben. „Das ist gar nicht so einfach, wenn man das noch nie gemacht hat“, sagt Ketterer, der sich um das Ganze gekümmert hat. Finanziell stemmt der Verein die ganzen Arbeiten aus seinen Rücklagen, die allerdings auch endlich sind. Deswegen ist man laut Ketterer jedem dankbar, der mit einer Spende dazu beitragen will, an „der Zukunft für die kommenden Generationen zu bauen“. – Nico Roller